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Auch ins kleinste Auenland passt eine Hobbithöhle...

 

Es grünt so grün...

Wir wollen euch hier den Bau unseres sehr speziellen Untergrund-Gewächshauses vorstellen, dass nun seit April 2019 in unserem kleinen Auenlandgarten steht.

Aber zunächst der Reihe nach, was ist überhaupt ein Untergrund-Gewächshaus? Nun, im Grunde ist es ein in den Boden eingelassenes Gewächshaus, bei dem die sonst üblichen Glas-verkleideten Seitenteile fehlen. Es besteht quasi nur aus einem Dach. Wer sich im Netz mal die verschiedensten Bauten anschauen möchte findet unter "sunken greenhouse" ein paar interessante Bilder und Videos.

In der Mitte des Gewächshauses liegt dann der Mittelgang um rechts und links an die Beete ranzukommen.

Aber zurück zu unserem Bauprojekt. Wie sind wir darauf gekommen ein so seltsames Gewächshaus zu bauen? Die Idee kam uns als wir Ende Februar unser altes Hochbeet pflanzfertig machen wollten und festgestellt haben, dass es schon ziemlich morsch und verwittert ist. Also musste etwas Neues her.

Anstatt aber wieder ein Hochbeet zu bauen, musste etwas neues, besseres her, was die Vorteile eines Hochbeetes und eines Gewächshaues verband. Und hierbei bin ich auf besagte "sunken Greenhouses" gestossen. Die Sache war also beschlossene Sache und es ging sofort mit den Planungen und Skizzen los.

Zunächst einmal musste das alte Hochbeet weg und eine Grube musste ausgehoben werden. Gar nicht so einfach wenn der Boden fast nur aus Lehm, Ton und Steinen besteht...und man keinen Bagger hat.


Nachdem mich das Wetter und eine Frühjahrserkältung etwas aufgehalten hatte, war nach 3 Wochen alles ausgeschachtet und bereit das Fundament aufzunehmen. Eine Regenwassertonne zur späteren Bewässserung des Gemüses wurde bei der Gelegenheit auch gleich mit verbuddelt.


Der Eingang zum Gewächshaus lag im übrigen hinten, am Zaun. Dort sollte eine Treppe nach unten führen. Zur Verschönerung und damit noch mehr Licht auf die Pflanzen fällt wurden Glasbausteine mit eingearbeitet.

Auf das Fundament wurden dann die Trägerbalken des Gewächshausdaches aufgelegt und verschraubt.


Fehlten noch das Dach, die Giebel und die Fenster. Hier wurden 6mm starke Doppelstegplatten verbaut, die die Wärme im Inneren halten sollen.


Nachdem auch die Dachfenster eingelassen und mit automatischen Fensteröffnern versehen wurden konnte das Ganze noch etwas mit Farbe aufgehübscht werden. Wer im übrigen kein Gewächshaus hat, kennt diese automatischen Fensteröffner vielleicht gar nicht. Super Sache! Das Hauptbauteil daran ist ein mit Öl gefüllter Metallzylinder und Hubkolben. Wird das Ganze warm, dehnt sich das Öl aus und drückt den Kolben raus, welcher nun wiederrum das Fenster hochdrückt. Wenn es abends kühler wird zieht sich das Öl wieder zusammen und somit das Fenster automatisch wieder zu. Eine echt tolle Erfindung!


Das Fenster in der Giebelseite wurde jedoch manuell belassen um bei Bedarf noch etwas zusätzliche Luftzirkulation im Gewächshaus zu erreichen.

Hinter dem Gewächshaus wurde noch ein Gehweg belassen, um das Ganze auch mal umrunden zu können.

Die beidseitig installierte Dachrinne führt jeden Regentropfen zu dem erwähnten Regenfass, welches hinter dem Gewächshaus verbuddelt ist.


Fehlen eigentlich nur noch die Pflanzen und ein automatisches Bewässerungssystem im Inneren....

Hierzu wurde eine kleine Tauchpumpe im Regenfass versenkt, welches nun das Regenwasser durch einen Schlauch ins Innere des Gewächshauses pumpt und dort durch 60 einzelne Tropfer jede Pflanze mit Wasser versorgt. Leider hatte Nina anfangs einige mehr Pfalnzen gepflanzt als das Bewässerungssystem versorgen konnte! In der Zwischenzeit sind einige schon wieder geerntet oder sind nichts geworden, sodass genug Wasser an JEDER Pflanze ankommt.


Mittlerweile ist es Juni und die Zeit des übersichtlichen Pflanz-arrangements ist vorbei. Ein richtiger Dschungel ist inzwischen entstanden, aus Gurken auf der linken Seite, Tomaten an der Front und Kohlrabi mit Dill auf der rechten Seite. Wenn wir nicht aufpassen kann man bald nicht mehr rein und die Gurken wachsen zum Fenster raus! :-D


Die Vorteile die ich an diesem Gewächshaus sehe, sind 1. die fehlenden Seitenwände durch die Nachts keine Wärme verloren geht, 2. Die Pflanzen sind auf bequemer Arbeitshöhe, wie bei einem Hochbeet und 3. Die Pflanzen befinden sich im oberen Bereich des Gewächshauses wo sich die Wärme befindet, nicht wie sonst am Boden, wo es doch meist kühler ist. Man muss natürlich für genügend Lüftung sorgen, damit die Pflanzen nicht im Wärmestau verdorren.